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Podcasts von Unternehmen (das nennt man auf Neudeutsch auch Corporate Podcasting) schießen wie Pilze aus dem Boden. Ende letzten Jahres hat sogar McDonald’s einen eigenen Podcast veröffentlicht. Er trägt den klangvollen Titel Zum Hierhören oder Mitnehmen? Der Podcast zur Gastronomie der Zukunft und dreht sich, naja, um die Gastronomie der Zukunft. Inwieweit McDonald’s zu diesem Thema ein Experte ist, soll jede*r selbst entscheiden. 

Für viele Firmen scheinen Podcasts das perfekte Marketinginstrument zu sein: Mit ihnen erreicht man eine recht junge Zielgruppe, die Zahl der Podcast-Hörer*innen steigt von Jahr zu Jahr und Podcasts wirken weitaus authentischer als Werbeplakate in der Fußgängerzone. Noch dazu ist es vergleichsweise günstig, einen Podcast zu produzieren. Günstiger auf jeden Fall als ein TV-Spot oder eine ganzseitige Anzeige in irgendeinem großen Printmagazin.

Allerdings muss man auch ganz klar sagen: Viele Corporate Podcasts hören sich an, als ob sich die leicht angetrunkene Marketingabteilung an einem Freitagabend für ein paar Stunden zusammengesetzt und das Ganze dann ein Podcast-Konzept genannt hat. No offense. 

Was sind die Ziele von Corporate Podcasting?

Grundsätzlich geht es den meisten Unternehmen, die einen Podcast starten, um mindestens eines der folgenden Dinge:

  • Imageverbesserung
  • Steigerung der Markenbekanntheit
  • Intensivierung der Kund*innenbindung
  • Employer Branding
  • Recruiting
  • Content Marketing

Manchmal muss bei jedem Ziel eine komplett eigenständige Zielgruppe angesprochen werden. Die Menschen, die ein Unternehmen einstellen möchte, sind vielleicht nicht diejenigen, die die Produkte kaufen und die deshalb stärker an die Marke gebunden werden sollen. Uns kommen da beispielsweise Treppenlifte in den Sinn.

Das heißt: Du kannst mit deinem Unternehmens-Podcast nicht einfach alle möglichen Leute ansprechen. Es führt kein Weg daran vorbei, dir ein klares Ziel für deinen Corporate Podcast zu setzen und auf dieser Basis eine Zielgruppenanalyse zu starten. Die zwei wichtigsten Fragen lauten: Wen will ich erreichen – und was will ich erreichen?

Podcaste nicht über das Unternehmen, sondern mit der Expertise des Unternehmens

Damit kommen wir zu einem Punkt, der bei vielen aktuellen Corporate Podcasts schiefläuft: Ein Podcast über dein Unternehmen ist in aller Regel gähnend langweilig. Klar könntest du Holger aus der Buchhaltung und Marianne aus dem Vertrieb im Podcast interviewen – aber wer will sich das anhören? Richtig, niemand. Zielgruppe verfehlt, setzen, sechs. Und wenn du nicht gerade Tesla bist, dürften die meisten Hörer*innen deine Unternehmensstruktur oder ähnliche Geschichten ebenfalls wenig interessant finden. Ausnahme: Podcasts, die von komplexen, erfolgreich laufenden oder abgeschlossen Projekten eines Unternehmens erzählen – zum Beispiel der ABOUT YOU Podcast.

Fokussiere dich auf die Stärken, auf die du zurückgreifen kannst: Expert*innen- und Branchenwissen sowie Zahlen und Daten, die dein Unternehmen erhoben hat, zum Beispiel. Das kannst du und niemand anderes liefern.

Begehe aber nicht den Fehler, deinen Unternehmenspodcast ohne vorherige Marktanalyse zu starten. Das (deutsche) Podcast-Game befindet sich aktuell auf einem Höhepunkt – und wenn du mit deiner Werbeagentur den 800. Marketing-Podcast startest, wirst du wahrscheinlich im Strudel der Konkurrenz untergehen. Schau dir im Vorfeld genau an, was deine Gegenspieler tun. Das kann im ersten Moment so wirken, als ob die Wiese schon abgegrast ist, aber sei beruhigt: Es gibt immer ein Thema, welches noch niemand bearbeitet hat und trotzdem genug Hörer*innen finden wird. Versprochen.

Keine Eintagsfliegen produzieren!

Nicht zuletzt muss dein Unternehmenspodcast dazu in der Lage sein, mehr als eine Handvoll Episoden füllen zu können. Niemand nimmt ein Unternehmen ernst, das einen Podcast startet und nach zwei Monaten wieder auf Eis legt. Tipp: Wenn du schon vor der ersten Aufzeichnung einen Redaktionsplan für die nächsten paar Wochen erstellst, merkst du gleich, ob an deinem Thema bzw. deiner Nische genug Fleisch dran ist.

Es gehört auch von Anfang an dazu, Verantwortliche zu benennen. “Wir fangen erst einmal an und sehen dann weiter” klappt ganz sicher nicht. Je nach Unternehmensgröße lohnt es sich manchmal sogar, ein*e neue*n Mitarbeiter*in einzustellen oder alternativ eine*n Freelancer*in zu beauftragen. Denn nur, wenn jemand konstant dafür sorgt, dass neue Folgen konzeptioniert und produziert werden, kannst du auch noch in einem Jahr sagen: Wir haben einen Unternehmenspodcast.

Brauchst du Unterstützung dabei, deinen Corporate Podcast aufzuziehen?

Dann melde dich bei uns. Verbalue greift dir unter die Arme – ob im ganz kleinen oder in vollem Umfang.