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Ein Redaktionsplan bringt Struktur in deinen Podcast und hat noch weitere Vorteile. Wie du ihn angehst, liest du hier.

Allerspätestens dann, wenn du damit beginnst, deinen Podcast halbwegs professionell zu produzieren – und vielleicht auch damit Geld verdienst –, benötigst du einen Redaktionsplan. Warum das denn?, magst du dich jetzt fragen. Nun ja, weil du höchstwahrscheinlich irgendwann an einen Punkt kommen wirst, an dem du den Überblick verlierst, welche Themen du schon behandelt hast. Und möglicherweise gehen dir auch irgendwann die Ideen aus. Das ist natürlich ein Worst-Case-Scenario für einen ernsthaft betriebenen Podcast mit (mittel)großer Hörerschaft. Ein Redaktionsplan schafft da Abhilfe – und es gibt noch weitere gute Gründe dafür, dir einen anzulegen.

Zuvor jedoch ein Beispiel, wie so ein Podcast-Redaktionsplan aussehen kann – das ist das “Podcast Workflow Template” von Trello, das sich individuell anpassen lässt:

Diese Gründe sprechen für einen Podcast-Redaktionsplan:

  • Redaktionspläne sind eine wertvolle Hilfe dabei, strukturiert an deinem Podcast zu arbeiten. Das ist besonders wichtig, wenn du Episoden immer am gleichen Tag und im gleichen Turnus veröffentlichst (was du tun solltest, weil Hörer*innen Regelmäßigkeit mögen). Du weißt mit einem Redaktionsplan genau, welche Themen auf dich zukommen, welche du schon einmal behandelt hast und welche (aus welchem Grund auch immer) nicht für dich infrage kommen. 
  • Ein Redaktionsplan fungiert als Ideen-Pool (im Screenshot oben: “Podcast Content Shortlist”). Hier sammelst du Artikel, Videos, Sprachnotizen u. Ä., die sich eventuell als Inspiration für eine Episode anbieten. Hast du erst einmal ein paar Ideen gesammelt, musst du nie wieder Angst haben, für die nächste Folge keinen Content zu haben. 
  • Ein Redaktionsplan hilft dir außerdem dabei, saisonale Anlässe zu berücksichtigen. Das können Klassiker wie Weihnachten, Ostern und Co. sein, aber auch spezielle “Feiertage” wie etwa der Tag der Jogginghose, Wisch-den-Fußboden-Tag oder der internationale Katzentag. Diese saisonalen Anlässe sind eine großartige Inspiration für Content. 

Wie schreibe ich einen Redaktionsplan für meinen Podcast?

Jetzt geht es ans Eingemachte – wie schreibst du denn überhaupt einen Redaktionsplan? Die gute Nachricht ist, dass es unendlich viele Tools und Templates gibt, die dir Orientierung bieten. Du musst nicht Trello benutzen, auch wenn die Kanban-Methode wirklich sehr praktisch ist, sondern kannst beispielsweise auch in Excel bzw. Google Tabellen arbeiten. Da ist die Bedienung zwar etwas steifer, weil du nicht einfach Dinge hin und herschieben darfst, aber funktionieren kann es trotzdem gut.

Das minimalistische Ergebnis sieht dann zum Beispiel so aus:

Die folgenden zwei Kategorien sollten die Basis eines jeden Podcast-Redaktionsplans bilden:

  • Ideenpool (Themen-Ideen, die du dir noch genauer anschauen musst) – er muss nicht unbedingt im Redaktionsplan selbst stehen. Wenn du zum Beispiel am liebsten Evernote benutzt, kannst du deine Ideen darin notieren.
  • Konkret anstehende Themen inkl. Datum (Themen für die Episoden x, y, und z) – selbsterklärend. Notiere dir, an welchem Tag du welches Thema in deinem Podcast behandeln wirst. 

Das ist das absolute Minimum. Je nach Ausrichtung und Planungswut kannst du beispielsweise auch Kategorien wie …

  • Mögliche Advertising-Partner / Bestätigte Advertising-Partner
  • Mögliche Gäste / Bestätigte Gäste
  • Im Schnitt
  • Auf Social Media gepostet
  • To Do usw.

… erstellen. Es ergibt sich garantiert sehr schnell, was für dich und deinen Podcast sinnvoll ist.

Aussehen kann das beispielsweise so:

Oder so, wenn du die Daten etwas präsenter haben möchtest:

Wie oft schreibe ich einen Redaktionsplan für meinen Podcast?

Eine Faustregel, mit der du gut fährst: Ein Podcast-Redaktionsplan sollte monatlich erstellt werden. Das ist natürlich relativ schnell erledigt, wenn du nur alle zwei Wochen eine Episode produzierst. Mehr Arbeit wird es, wenn du ein paar Mal die Woche eine Folge veröffentlichst (aber in diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du sowieso schon mit einem Redaktionsplan arbeitest – wie könntest du sonst den Überblick behalten?!)

Keine Frage, ein Redaktionsplan ist mit ein wenig Arbeit verbunden. Wir versprechen aber: Es lohnt sich! Damit hast du – im wahrsten Sinne des Wortes – einen Plan und hetzt inhaltlich nicht von Woche zu Woche. Das entspannt ungemein und du weißt immer, was aktuell zu tun ist. 

Protipp: Eine Notfall-Folge bereithalten

Für Podcasts, die sich mit sehr aktuellen Themen beschäftigen, bietet sich das zwar nicht unbedingt an. Aber wenn du in deinem Podcast vorrangig nicht zeitgebundene Themen behandelst, solltest du eine Notfall-Folge aufnehmen. Wann kommt diese zum Einsatz?

  • Wenn du überraschend krank wirst und keine neue Folge aufnehmen kannst
  • Wenn dein Equipment plötzlich den Geist aufgibt
  • Wenn dir ein*e Gast bzw. Interviewpartner*in kurzfristig abspringt
  • Wenn du Urlaub machst, aber vergessen hast, das in deinem Redaktionsplan zu berücksichtigen
  • Wenn du dich mit der Recherche zu einem Thema verschätzt hast und dafür noch ein Weilchen länger brauchst
  • Wenn du aufnehmen müsstest, aber einfach so gar keinen Bock darauf hast

Die Notfall-Folge sollte selbstverständlich so zeitlos wie möglich sein. Suche in deinem sicherlich schon gut gefüllten Ideenpool nach passenden Themen und nimm eine Emergency-Episode auf. Dein Zukunfts-Ich wird es dir danken.